Frauen dürfen regieren, sie dürfen ins All. Aber lustig sein? Um Gottes willen. Carolin Kebekus und die Frage, warum gute Pointen oft nicht reichen, um als Komikerin in den Late-Night-Olymp aufzusteigen.
Erschienen in Süddeutsche Zeitung, 15.10.2021
Mittag im Gaffel am Dom, ein Brauhaus mitten in Köln. Die Kupferfässer leuchten, es riecht nach Bier und gebratenem Fleisch. An diesem Dienstag im September geht eine schmale Frau hinter einem großen PR-Agenten an den Tischreihen entlang, an denen man mit zurückgekrempelten Ärmeln ausladend Steaks zersägt. Die Nasen tief über den dampfenden Tellern, merken die Gäste nicht, dass an ihnen gerade die lustigste Frau Deutschlands vorbeiläuft.
Beide, das Brauhaus und die Komikerin Carolin Kebekus, gehören fest zur Stadt Köln, ihre Kollegin Anke Engelke nannte Letztere mal „Stadtinventar“. Einmal die Treppe hoch liegen Räume, in denen man Kebekus laut eigener Aussage zur Karnevalszeit „schon in ganz anderen Zuständen“ gesehen habe. Zwei Stockwerke drüber residiert der Verlag Kiepenheuer & Witsch, in dem Carolin Kebekus gerade ein feministisches Buch veröffentlicht hat. Der Sound darin ist persönlicher, wütender, wissenschaftlicher als vieles, was man von ihr kennt. Und es liegt mehr als ein paar Stockwerke von ihrer einstigen Rolle als Prollfrau entfernt. Aber über diese Zeit, in der sie noch Witze über Claudia Effenberg machte, die ihr „auf den Sack geht“, will sie an diesem Tag nicht viel reden. Auf dem Buchcover thront Kebekus, die Hand auf weißem Hermelinfell gebettet. Lange, goldene Kronenzacken ziehen sich über den Einband, auf dem steht: „Es kann nur eine geben“. Damit meint Kebekus sich selbst.
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