Spargelernte – In der Kartoffeltruppe

Schubkarre vor endlosen Spargelreihen

Weil osteuropäische Erntehlfer fehlen, springen deutsche Handwerker, Studierende und Ex-Soldaten ein. Eine teilnehmende Beobachtung auf dem Acker.

Erschienen in: DIE ZEIT, 16.04.2020

[…]

Nachmittags fahren wir auf ein Feld, das wir das Todesfeld taufen. Es ist riesig, in alle Richtungen flirrt das Plastik bis zum Horizont. Die Sonne brennt, die Planen reflektieren, ich kneife die Augen zu. Der Schweiß rinnt aus meinen Poren, der Rücken schmerzt.

Ich sehe die Rumänen am Horizont stechen, sie sehen aus wie Badegäste im Meer, sie sind Wanderer im Tiefschnee, immer näher kommen sie. Greifen – daneben – greifen, sie sind mehr, sie sind schneller, bald holen sie uns ein, sie dürfen uns nicht einholen. Stefans Stimme, „Nicht träumen!“, er packt selbst mit an, dann: Pause.

Peter ist nicht begeistert. Er ist der Einzige von uns, der schon häufiger in der Landwirtschaft gearbeitet hat. „Zu viel Blabla, zu wenig Plackerei!“, mault er, während ich in den rettenden Schatten des Busses falle. Zwei Minuten später stürzen sich die Rumänen auf die ungeöffneten Reihen, schmeißen die weißen Folien in die Luft, als wäre nichts leichter auf der Welt, dann die schwarzen, stechen, schließen beide Folien wieder. Es fühlt sich an wie eine Niederlage. „Pause vorbei“, sagt Stefan hinter mir, so leise, dass nur ich es hören kann. Ich staune, wie ich mich rufen höre: „Okay, an die Arbeit!“ Es ist Zeit für eine Revanche.

[…]

Gesamter Text bei ZEIT ONLINE