Jonas Seufert

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»Investigation ist mehr als Polizei und Geheimdienste«

Ein Weltkonzern und seine Mitarbeiter, ein Bischof, der Jugendliche missbraucht, ein Boot an der europäischen Außengrenze. Jonas findet viele seiner Geschichten im Ungleichen. Wo Macht auf Machtlosigkeit trifft, entsteht Leid, aber auch Mut und Hoffnung. Weil Menschen handeln, sich wehren, Alternativen suchen.

Jonas hat Internationale Beziehungen (Politik, VWL, Jura) in Dresden und Izmir studiert und danach die Deutsche Journalistenschule (DJS) in München besucht. Seitdem arbeitet er als freier Autor, u.a. für die ZEIT, Taz und CORRECTIV. Er lebt in Leipzig.

Jonas‘ Fokus ist die gut erzählte investigative Recherche. Er hat Fälle von sexuellem Missbrauch in der Kirche aufgedeckt, mit Internet-Betrügern gesprochen und undercover als selbständiger Paketbote gearbeitet. 2019 gewann er mit einem Team von CORRECTIV einen Grimme-Online-Award für die Immobilienrecherche „Wem gehört Hamburg?“. Und er hat eine neue Leidenschaft: Comics

Geschichten

Interview

Harte Recherchen und gutes Erzählen, geht das zusammen?

Es gehört sogar unbedingt zusammen! Ich fühle mich überall da wohl, wo ich etwas herauskriegen kann. Bis ich dahin komme, habe ich oft Berge an Wissen, Interviews und Dokumenten gesammelt. Dann geht es darum zu reduzieren. Eine spannende und zugleich ambivalente Erzählung ist die Grundlage, damit ich als Leser all das verstehen kann.

Wie findest du eine gute Erzählung?

Gute Geschichten handeln immer von Personen und ihren Konflikten. Oft wird in ihrem Handeln auch ein struktureller Missstand deutlich. Eine Recherche bleibt nie bei Dokumenten stehen. Ein Online-Betrug findet vielleicht im Netz statt, aber es gibt Geschädigte, Täter und Polizisten – ich will möglichst mit allen sprechen. Alle haben den Fall aus einer anderen Perspektive erlebt.

Wie wählst du die Perspektive aus?

Das ist eine subjektive Entscheidung. Wir sagen, was ist. Aber welchen Teil von dem vielen, was gleichzeitig ist, wollen wir erzählen? Ich glaube, die ehrlichste Haltung ist, die eigene Position transparent zu machen, Widersprüche zu benennen, Zweifel und Unwissen zu äußern. Das macht auch ein Recherchestück stärker.

Investigativjournalismus ist ein hartes Business, heißt es.

Mich ärgert dieses Klischee. Investigation ist viel mehr als Organisierte Kriminalität, Polizei und Geheimdienste. Ein Chefredakteur hat mal von humanem Investigativjournalismus gesprochen, mit einer klaren Orientierung an Missständen und transparenten und fairen Recherchemethoden. Darin finde ich mich wieder.

Macht dich das manchmal zum Aktivisten?

Es gibt journalistisches Handwerk: Sorgfalt, Quellen prüfen unabhängig von Sympathie, fair bleiben. Ich bin aber auch ein Mensch mit Ansichten über die Welt. Ich reagiere zum Beispiel stark auf Ungerechtigkeit. Das fließt in meine Arbeit ein, es geht gar nicht anders. Es ist wichtig, sich selbst zu kennen, damit man am Ende möglichst ehrlich über andere schreiben kann.

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