Er glaubt. Das Amt glaubt ihm nicht.

Ali Mohammadi aus Teheran schreibt ein christliches Gedicht, kurz darauf muss er aus dem Iran fliehen. In Deutschland zweifeln die Behörden an seinem Bekenntnis, sein Asylantrag wird abgelehnt. Kann man wirklich überprüfen, ob ein Mensch glaubt?

Erschienen in ZEIT Christ&Welt, 6.1.2021

Kurz vor Weihnachten 2017 schrieb der Sicherheitsbeamte und Universitätsdozent Ali Mohammadi ein Gedicht, das sein Leben auf den Kopf stellen sollte. Er schrieb es in Teheran, der Hauptstadt des Iran, wo er mit seiner Frau und seinem Sohn lebte. Der Titel: „Mit Liebe zur Liebe“.

Als Opfer ist er zu uns gekommen
Um leidend für uns auf der Erde zu sein
Lästerung und Not ertrug er für uns
Um dem Geiste Gottes gehorsam zu sein

Das Gedicht hat 18 Zeilen, verfasst in Doppelversen. Am Tag vor Heiligabend stellte Mohammadi es auf dem Messenger-Dienst Telegram online. Unter das Gedicht schrieb er:

„Es ist der Geburtstag Jesu Christi. Botschafter der Liebe und der Hingabe. Gepriesen sei die Welt.“ Es war das erste Mal, dass sich Mohammadi öffentlich zum Christentum bekannte. Und es war der Beginn vieler Probleme, die auch in Deutschland nicht enden wollen.

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