Was braucht es, um den Apollofalter zu schützen? Einen staatlich beauftragten Biologen, Wachmänner und riesige Schutthalden. Denn dieses Insekt darf auf keinen Fall aussterben. Über die Bedeutung eines Flügelschlags.
Erschienen in Süddeutsche Zeitung, 5.6.2021
Am Anfang dieser ganzen verzweigten Geschichte steht ein Mann auf einem Problem. An einem Hang vor einem Steinbruch schaut Adi Geyer auf das, was unter seinen Turnschuhen passiert. Das ungeübte Auge sieht: Steine. Dazwischen einzelne Grashalme, etwas Moos und andere Pflänzchen, die vor sich hinwuchern, und über deren Existenz sich der normale Mensch wenig Gedanken macht. „Aber“, sagt Adi Geyer, „man muss die Apollofalterbrille aufsetzen.“ Mit der sieht man einen Kampf ums Überleben, Konkurrenz um die Vorherrschaft, Gebietskonflikte. Da unten passiert einiges. Es treten an: Moos, Gras und Büsche. Gegen: den Weißen Mauerpfeffer. Für letzteren sieht es schlecht aus.
Geyer schaut mit der Apollofalterbrille in die Zukunft: „Wenn du in zehn Jahren wieder herkommst, haben sich Gras und Büsche durchgesetzt. Und irgendwann ist die ganze Fläche zugewachsen.“ Gut für das Moos, schlecht für den Weißen Mauerpfeffer, Sedum album oder „der Sedum“, wie ihn Geyer nennt. Er ist die Wurzel seiner Arbeit und das erste Glied in einer langen Kette, an deren Ende ein Falter seine zarten Flügel schwingt.
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Gesamter Text in der Süddeutschen Zeitung oder hier