AUSSCHREIBUNG: ANTHOLOGIE „Erzähljournalismus der Gegenwart“
CALL FOR REPORTAGEN (2020 – 2025)
HERMES BABY gibt gemeinsam mit den Verlagen MÄRZ und KORBINIAN im Herbst eine Anthologie der aufregendsten Reportagen in den Jahren 2020 – 2025 heraus. Dafür suchen wir richtig gute Texte!
Welche Reportage hat dich in den letzten Jahren besonders beeindruckt, berührt, zum Lachen gebracht? Das können eigene Reportagen sein, von Freunden oder Fremden, schick sie uns in einer formlosen Email, als pdf, Link oder Screenshot bis 8.3. an info@hermes-baby.de
Aus allen Einsendungen wählen wir eine möglichst große Bandbreite aus. Doch es wird keine Gewinner geben, keine Pokale, keine Siegerfotos – das hier ist nicht der hundertste Journalistenpreis. Kultur ist kein Wettbewerb. Wir wollen die Form feiern, die Vielfältigkeit des Erzähljournalismus. Sollte der Text nicht von dir stammen, werden wir natürlich mit den Autoren und Autorinnen in Kontakt treten, falls wir uns für eine Veröffentlichung entscheiden.
Und warum das alles?
Einst galt die Reportage als Königsdisziplin des Journalismus, dann wurde sie dank SPIEGEL-Skandal geschmäht und schließlich in ein redaktionelles Korsett aus formalen Vorgaben und inhaltlichen Einschränkungen gezwängt. Doch wir finden: Die Reportage könnte nach wie vor der Brückenschlag zwischen Journalismus und Literatur sein – so wie in anderen Sprachen üblich.
Eine Form, in der Wirklichkeit und Fakten durch literarische Mittel destilliert werden – bis daraus echte Leseerfahrung entsteht. Wozu braucht es sonst noch lange Erzähltexte, wenn es Podcasts, Doku-Serien und YouTube gibt? Nur eine Reportage, die die Möglichkeiten des geschriebenen Wortes ausschöpft, hat bei der Medienkonkurrenz der Gegenwart eine Daseinsberechtigung.
Zum Glück erscheinen nach wie vor Texte von Reportern und Reporterinnen, die sich zu engen Vorgaben widersetzen. Reportagen, die eigen klingen, individuell, genauso wie die wahren Geschichten, die sie erzählen. Die eine Form wagen, die der beschriebenen Wirklichkeit gerecht wird – statt in den immergleichen, abgeklärten Reportersound zu verfallen. Hin und wieder tauchen sie dann doch noch in den Printmedien auf.
Und genau solche Texte suchen wir!
Zur Veröffentlichung der gemeinsam entstandenen Anthologie organisieren wir stattdessen eine kleine Feier, zu der alle herzlich eingeladen sein werden.
Konkreter heißt das, wir suchen ab jetzt alles außer:
- Reportagen, die nach szenischem Einstieg im dritten Absatz ein Portal stehen haben.
- Reportagen, die echte Menschen auf zwei bis drei Äußerlichkeiten reduzieren, statt in Lebenswirklichkeiten einzutauchen.
Reportagen, die in starren Dramaturgien verharren. - Reportagen, die klingen, als hätte man ChatGPT gebeten, eine Reportage zu schreiben.
- Reportagen, die sich in immergleichen Erzählmustern verfangen.
Helft dabei, eine möglichst große Sammlung an grandiosen Reportagen der letzten Jahre zusammenzustellen. Wir freuen uns über jede Einsendung.
Deine
Hermes Babies <3